Hallo Leute!
Während die Gäste bei uns waren, haben wir ein paar Ausflüge mit denen gemacht. Wir sind zum CSX Train Museum hier in Clifton Forge gegangen und am Montag sind wir zum Monticello in Charlottesville gefahren. Am Monticello sieht man Thomas Jeffersons Haus, seine riesen Plantage und seinen Friedhof. Er hatte ein wunderschönes Haus, das er selber designt hat. Zudem war er ein Erfinder und hat einige Sachen für sein Haus erfunden.
Es war ganz nett die Familie kennenzulernen und ich denke, dass wir eine gute Zeit zusammen hatten. Am Dienstag morgen sind sie dann gefahren.
Am 2. Juni hatte ich finally meinen letzten Schultag. Ich hatte nur meinen 1. und 2. class. Am 1. Juni musste ich ein Exam in Mathe schreiben und am 2. Juni ein Exam in Englisch schreiben. Alles war halb so wild. Ich habe jedem Lehrer eine Thank you-Karte geschrieben und Schüler haben mein Senior Memory Book unterschrieben und eine kleine Notiz hinterlassen.
Nach dem 2. class habe ich also das Schulgebäude verlassen und sau viele Leute haben nach meinem Namen gerufen und mir schnell die Umarmung gegeben. Das war wirklich toll. 😀
Für die Seniors gab es noch einen Senior Picnic am Douthat Park (ca. 25 min von der High School entfernt). Eine Klassenkameradin gave me ride und es war ganz cool dort. Man konnte schwimmen gehen und dann gab es noch einen Buffet für Lunch. Dummerweise habe ich meinen Bikini nicht mitgenommen, da ich nicht wusste, dass so viele schwimmen gehen. Naja, whatever. I had a good time!
Am Freitag, den 4. Juni, gab es dann einen zwei-stündigen Graduation Practice. Die Graduation ist die Abschlussfeier der Seniors, wo man deren Abschluss vom Schulleiter bekommt und ehrenvoll die Hände geschüttelt werden. Traditionell und typischerweise haben die Seniors einen Cap and Gown (Hut und Gewand) an. Diese typische Kleidung findet man sehr oft in Filmen. Üblicherweise kennt man nur den schwarzen Cap and Gown, aber dieser wird meist nur in Colleges getragen. Der High School Cap and Gown entspricht den Schulfarben, so war mein Gown rot. Ich werde später mal ein Foto uploaden.
Ich habe mir übrigens auch extra ein hübsches, weißes Graduation dress gekauft.
Am Samstag, den 5. Juni, hatte ich dann meine eigentliche Graduation. Man hatte nur limitierte Tickets und ich fand das ziemlich bescheuert. Manche Leute haben super viele Verwandte and they wanna see the student walk. Es ist ein supergroßer Tag für einen Senior und jeder sollte das Recht haben die Seniors zu sehen. Das Problem ist einfach, dass alles in einer Sporthalle eines College stattgefunden hat und ich muss sagen, dass die Sporthalle recht klein war.
Jeder Senior ist alleine in die Halle gegangen und den Steg entlang gelaufen und ist zu seinem Sitz gegangen. Danach haben wir die Pledge of Allegiance aufgesagt. Die Seniors, die in der Band gespielt haben, haben die Nationalhymne mit deren Instrumenten gespielt. Unser Concert Choir hat gesungen und 2 Mädchen in der Senior Class haben einen kurzen Speech gehalten, danach haben die Seniors im Concert Choir einen eigenen Song gesungen.
Und dann gab es dann noch ein Stage, den jeder Senior entlang laufen durfte und auch sein Name wurde genannt. Man hat die Hand vom Schulleiter geschüttelt, und von ihm hat man einen dicken, roten Folder überreicht bekommen. Man hat noch kurz die Hände von anderen Lehrern geschüttelt und man hat sich zu seinem Platz gegeben.
Es war ein bisschen anders als man denkt. Alle, die in einer Reihe saßen, mussten aufstehen und sich in einer Schlange zum Stage stellen. Nachdem man den Folder überreicht bekommen hat, begab man sich zu seinem Platz, aber immer noch stehend bis alle in der gleichen Reihe den Folder bekommen haben. Erst wenn alle wieder in der Reihe waren, saßen sich alle gleichzeitig hin und fast zeitgleich ist die Reihe dahinter aufgestanden um deren Folder zu empfangen.
Fragt ihr euch, warum ich die ganze Zeit Folder sage? Normalerweise erwartet man, dass im Folder das Abschlusszeugnis (Diploma) steckt. Dem ist aber nicht so. Ich bin mir nicht sicher, warum das so ist.
Aber den Diploma bekommt man nach der Ceremony vom Homeroom Teacher. Also bekommt man das eigentliche Diploma erst später. Ich denke, dass das so einfach organisierter ist.
Nichtsdestotrotz schließt unser Schulleiter damit ab, dass wir erfolgreiche Graduates sind und am Ende sagt:“Congratulations class of 2010! You have graduated!“. Dann kann man seinen Cap bzw. Hut typischerweise in die Luft schmeissen. 🙂
Am Ende wurden vieeeeeele Fotos geschossen. Die Graduation ist wirklich etwas typisch amerikanisches and I am glad that I had the opportunity to be in the graduation of the class of 2010!
Am Sonntag, den 6. Juni, hatten wir dann eine kurze Graduation Ceremony für Alex Barr (ein Jugendlicher/Senior in meiner Youth Group) und mich. Wir wurden namendlich genannt und durften einen kurzen Speech halten. Wir haben beide ein Geschenk bekommen; Alex hat eine Bibel bekommen (die ich schon an Weihnachten bekommen habe, also absolut unnötig mir noch eine zu schenken) und ich habe ein Buch bekommen. Das Buch heißt „Do Hard Things“ und scheint ganz interessant zu sein; das Buch hat natürlich etwas mit Gott zu tun. 😉
Mein Youth Pastor hat mir eine kleine Notiz im Buch hinterlassen mit Worten wie „… it is my hope and prayer that you will continue to grow and develop your relationship with Christ.“ Ich muss da schon sagen, dass es mir da schon etwas wehtut, wenn ich das lese. Versteht mich nicht falsch, ich habe hier super viel gelernt vorallem über die Kirche und das Christentum. (Ich werde meine Freunde erstmal eine Standpauke über das Christentum halten, vorallem wenn sie Christen sind. Haha.) Bevor ich in die USA gekommen bin, habe ich allerdings nicht so viel mit der Kirche zu tun gehabt, und ich werde das sehr wahrscheinlich in Deutschland nicht fortführen. Die Leute sind echt super nett, und ich mag meine Gasteltern total, aber die Bibel und ich passen einfach nicht so gut zusammen. 😉
Vielleicht später mal, wenn ich nicht immer für Vergebung fragen muss. 😆
Anyways, nur noch 3 Sundays here! Ich habe noch ca. 25 Tage hier und dann geht’s ab nach Hause. Ich habe schon einige Pläne geschmiedet, wenn ich wieder in Deutschland bin. Natürlich werde ich die Leute, die High School, die Umgebung und und und vermissen. Mein Hostdad erwähnt schon immer, dass er mich vermissen wird. Und meine Gastmutter meint, dass ich hier bleiben werde – no matter what. 🙂
Wenn ich alles hier erstmal verlassen habe, wird es nie so sein wie es vorher einmal war. Ich genieße meine restlichen Tage, und es wird sau traurig, wenn ich hier weg muss.
Und jetzt schließe ich diesen Blogeintrag mit einem Zitat von meinem Gastvater:
„This will always be your home.“
Juni 7, 2010 at 7:02 a.m. | Allgemein
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